Freitag, 8. Juni 2012

Und Karamellbonbons..


Lieblicher Tod.


Auf  dem Friedhof riecht’s nach Zuckerwatte. Ich schländer gemütlich den langen Friedhofsweg entlang, den ich jeden Tag bestreiten muss um nach Haus zu kommen, und versinke in meinen Gedanken. Die Vorstellung vom süß riechenden Tod bringt mich zum lächeln und ich muss zugeben, irgendwie gefällt sie mir. Der Weg, der sonst nach Matsch und Nacktschneckenschleim und irgendwie grundsätzlich ekelhaft riecht, entführt mich plötzlich in’s Bonbonparadies. Ich bleibe stehen, schau mich um, woher der Geruch eventuell kommen könnte. Schaue nach links, schaue nach rechts, rieche, und es riecht nach gebrannten Mandeln. Schaue wieder nach links – wieder Zuckerwatte. Weit und breit ist keine Menschenseele zu erahnen, jedenfalls keine lebendige. Ich mache mir nichts daraus, gebe mich wieder ganz dem süßlichen Erdbeerzuckerwatteduft hin und träume weiter vor mich her. Was ist, wenn der Himmel gar nicht so ist, wie alle immer sagen? Was ist, wenn man stirbt und irgendwann, in zwei oder drei oder auch erst in fünf Jahren nur noch ein feuchter Klumpen süßlich riechender Zuckerwatte von einem übrig ist? Was ist, wenn sie einem am Himmelstor ein großes Softeis zur Begrüßung in die Hand drücken und man ab da an so viel Eis bekommt, wie man möchte? Opi, bitte heb mir eins mit bunten Streuseln auf. Und Karamellbonbons! Du weißt, ich mag die so sehr. Der Tod wird schrecklicher dargestellt, als er vielleicht wirklich ist. Der Tod wird dargestellt, als sei er das Ende von allem Guten auf dieser Welt. Aber das ist er nicht. Denn im Himmel treff ich meinen Opi wieder, irgendwann.
Ich schaffe es, mich halbwegs aus meinen Gedanken zu befreien und schaue mich um. Der selbe Weg, etwa fünfzig Meter weiter als eben, und es riecht nach Nacktschneckenschleim.
Wieder mal zu viel geträumt…

- weheartit.com
- Mimi

Kommentare:

  1. Also ich glaube an das Leben nach dem Tod :)

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    1. Und wie glaubst du, ist das so? :/

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    2. Ich stelle mir rein gar nichts vor.

      geschmeidiger Gruß,



      Lisa Simpson.
      ___________

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  2. Mein Opa hatte 2 mal ein Klinischen Tod und er meint es war wunderschön im Licht etc.

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  3. also ich glaube alle Nahtoterfahrungen sind letztendlich auf den Stress des Gehirns zurückzuführen

    Wenn man tot ist ist man tot.
    Dann ist alles vorbei.

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    1. Natürlich ist mein Text nur ein bisschen Gedankenspinnerei..
      Aber ganz im Ernst: Ich glaube,da ist noch was. Ich kann ganz oft die Anwesenheit von meinem Opi spüren, in den verschiedensten Situationen. Ich glaub fest dran, dass er immer noch auf mich aufpasst und manchmal bei mir ist.

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  4. besser hätte man den anfang des textes nicht weiterschreiben können :)

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    1. Findest du? Hab das Ende heut Nacht noch 3 mal überarbeitet.. :D

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    2. ist so, echt gut gelungen :)

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  5. Roggenfischbrot8. Juni 2012 um 22:45

    »Ich betrachte das Gehirn als einen Computer, der aufhört zu funktionieren, wenn seine Bestandteile versagen. Es gibt keinen Himmel und kein Leben nach dem Tod für kaputte Computer. Dies ist ein Märchen für Leute, die Angst vor der Dunkelheit haben.« - Zitat von Stephen Hawking. So sehe ich es leider auch. Wobei ich es sehr schwer finde mir vorzustellen, dass es einfach vorbei ist wenn man stirbt. Aber wirklich beantworten wird man diese Frage wohl nie können.

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  6. Menschen die man liebt werden auch nach dem Tod bei uns sein.... als Geist ? Engel ? ... auf jeden Fall in unserem Herzen !!! .... und wir werden uns wiedersehen, weil wir uns lieben ! .... vielleicht auch mit nem Eis ;)

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  7. ich glaube an das leben nach dem tod (:

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